• Morris Hohen

Die Google-Algorithmus-Updates seit 2011

Aktualisiert: 30. Juli

Vor dem Jahr 2011 war es für Webseitenbetreiber relativ einfach, gute Resultate in den Google-Suchergebnissen zu erzielen, wenn sie intensiv „Backlinkbuilding“ betrieben. So erwarben sie einfach (gegen Geld) viele Follow-Links von Websites mit hohen Pagerank.

Auf diese Weise konnten auch minderwertige Websites, die kaum oder keinen Nutzwert für den Suchenden hatten, sehr gute Rankings in den Google-Suchresultaten erzielen. Google sagte jedoch ab 2011, Websites mit zweifelhafter Backlink-Struktur oder „schlechtem“ Inhalt mit seinen Algorithmus-Updates Pinguin und Panda und den Kampf an.



Panda-Update


Das Panda-Update hatte insbesondere das Ziel, Websites mit minderwertigen Ranking-Faktoren zu identifizieren und herabzustufen. Dabei führten, im Wesentlichen die folgenden Signale zu einer Abstufung der Website:


  • Zu wenig einzigartiger Inhalt

  • Sehr viele Werbeanzeigen auf der Seite

  • Seitentitel und Seiteninhalt passen nicht

  • Unnatürlich häufiges Vorkommen einzelner Keywords


Google erreiche sein Ziel. Im Jahr 2011 gab es eine lange Liste mit teils recht bekannten Update-Verlierern im deutschsprachigen Raum, die Ihre Sichtbarkeit deutlich einbüßten mussten. Es gab in den folgenden Jahren mehrere Auffrischungen und seit 2016 gehört der Panda-Algorithmus zum festen Kern von Google.


Im Jahr 2012 ging Google dann gegen Backlink-Spam mit seinem Penguin Update vor. Die Qualität der Backlinks wurde nun genauer untersucht und minderwertige Backlinks wurden quasi wertlos. Vor dem Penguin Update hatten Backlinks den PageRank mehr oder weniger erhöht. Egal von wo Backlinks konnten nicht schädlich sein, so glaubten viele Webmaster. Von nun an war es aber auch möglich, dass minderwertige Backlinks negative Signale aussendeten. Google konnte aufgrund dieser Signale die verlinkten Seiten abstraften. Die Verlierer des Penguin Updates waren insbesondere Websites, die aggressives Linkbuilding mithilfe von „verbotenen“ Linkkäufen betrieben.



Neues Penguin-Update


Der neueste Penguin-Algorithmus wird auch als Realtime Penguin (Penguin 4.0) bezeichnet, denn Abstrafung und Rehabilitation der Website sollen nun in „Echtzeit“ möglich sein. Für die betroffenen Webmaster wird es so leichter, die konkrete Ursache für eine plötzliche Verschlechterung des Rankings nachzuvollziehen und zeitnah Gegenmaßnahmen einzuleiten. Auch soll gezielt das Ranking der einzelnen Page, auf die verlinkt wird, abgewertet werden. Zuvor wurde eher die Website als Ganzes von Google abgestraft.


Webseitenbetreiber müssen daher spätestens seit dem Penguin-Update nicht mehr nur für einen adäquaten Linkaufbau sorgen, sondern auch ein umfassendes Backlink-Management betreiben, um schädliche Backlinks aufzuspüren und ihnen schnellstmöglich entgegenzuwirken.


Nachdem Google mit seinen Panda- und Pinguin-Updates umfassend gegen Webspam vorgegangen war, folgte im Jahr 2013 das Hummingbird-Update. Im Wesentlichen wertet Google seitdem nicht mehr nur die Keywords aus, sondern versucht auch zu verstehen, welches Ziel der Suchende mit seiner Suchanfrage verfolgt. Bei Suchanfragen, die aus mehreren Wörtern bestehen, wird nun der gesamte Kontext der Anfrage „interpretiert“, um den dahinter stehenden Sinn zu verstehen.


Google kann seitdem besser Suchanfragen, die in „Alltagssprache“ gestellt wurden, verstehen. Ein Beispiel hierfür wäre die Suchfrage: „Wer hat Amerika entdeckt?“ Google beantwortet diese Frage unter anderem mit einem Link zum deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag „Christoph Kolumbus“.


Es ist zu vermuten, dass Google bereits 2013 der Tatsache gerecht werden wollte, dass Suchanfragen per gesprochener Sprache kontinuierlich zunehmen und wohl in der Zukunft die Kommunikation zwischen Mensch und Computer überwiegend per gesprochener Sprache erfolgt. Mit dem Hummingbird-Update hatte Google schon früh den Grundstein für die Anpassung an diese Entwicklung gelegt.


Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass es Google mit seinen Algorithmus-Updates geschafft hatte, allen Webseiten, die auf minderwertigen, inhaltsleeren Content und fragwürdige SEO-Maßnahmen setzten, das Leben schwer zu machen.



Google Algorithmus RankBrain


Im Jahr 2015 wurde der Hummingbird-Algorithmus noch durch einen neuen Algorithmus namens RankBrain ergänzt. Mit ihm kann Google Suchanfragen, die komplex und mehrdeutig sind, noch besser verstehen. Laut Google sind viele seiner Suchanfragen komplett neu, das heißt, sie wurden exakt in dieser Form noch nie zuvor eingegeben. Mit RankBrain kann Google auf diese Suchanfragen besser reagieren. Beispielsweise versteht Google, dankt RankBrain besser umgangssprachlich formulierte Sätze. RankBrain erkennt Muster und Gesetzmäßigkeiten und kann diese Erkenntnisse nutzen, um zukünftige Daten besser beurteilen zu können. Das Verhalten des Nutzers in Bezug auf die vorgeschlagenen Treffer wird darüber hinaus analysiert und Rückschlüsse auf die Suchintention und die Zufriedenheit mit den Ergebnissen gezogen. RankBrain stellt damit den Anfang einer Suchtechnologie dar, bei der künstliche Intelligenz (KI) eine immer größere Rolle spielen wird.


Für Webseitenbetreiber bedeuten die Weiterentwicklungen der Google-Algorithmen, dass sie für gute Rankings konkrete Antworten auf die Fragen der Suchenden liefern müssen, welche das Potenzial haben, deren Probleme zu lösen und ihre Fragen vollumfänglich zu beantworten. Nicht mehr die Webseiten mit einer möglichst exakten Übereinstimmung mit den Keywords der Suchanfrage werden top gerankt, sondern die Websites, die die Frage des Suchenden optimal beantworten können. Das geht langfristig nur mit einzigartigen Inhalten, die einen hohen Nutzwert für den Suchenden liefern. Ein gutes Content-Marketing ist daher für Webseitenbetreiber zu einem Muss geworden.


Googles Algorithmus Updates erkärt

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