• Morris Hohen

Was ist "Employer Branding"?

Aktualisiert: 14. Mai

Im Jahr 1964 wurden in Deutschland 1,36 Mio. Kinder geborgen, so viele wie nie zuvor und seither nicht mehr. Heute machen die geburtenstarken 1950er und 1960er Jahrgänge noch etwa 30% der Bevölkerung aus. Aber die Generation der „Babyboomer“ kommt in die Jahre. Ein Prozess, der enorme gesellschaftliche und (volks-)wirtschaftliche Folgen hat. Der Mangel an gut qualifizierten Fachkräften bremst das Wachstum der Unternehmen und in der Folge der gesamten Wirtschaft.


Um geeignete Fachkräfte anzuziehen und langfristig zu binden, bauen viele Unternehmen daher gezielt ihr Image als Arbeitgeber auf, insbesondere auch online.


Umso besser das Image, umso leichter wird es dem Unternehmen, geeignetes Fachpersonal auf dem Arbeitsmarkt anzuziehen. Vor allem große Konzerne möchten als unterscheidbare Arbeitgebermarke online wahrgenommen werden und für die besten Arbeitskräfte der Branche ein Magnet sein.


Der dahinterstehende systematische Aufbauprozess als Arbeitgebermarke wird „Employer Branding“ genannt. Neben der Arbeitsgestaltung und dem Gehalt sind die Unternehmenskultur und das Ansehen des Unternehmens entscheidende Kriterien für Arbeitnehmer. Mit einer guten Arbeitgebermarke identifizieren sich die Mitarbeiter stärker und sind leistungsbereiter. Das Unternehmen drückt die Dinge aus, die der Bewerber bzw. Mitarbeiter als erstrebenswert ansieht, das motiviert.


Beim Employer Branding ist wichtig, dass keine Luftschlösser und schöne Fassaden gebaut werden. Neue Arbeitskräfte könnten sich im Nachhinein vom Unternehmen getäuscht fühlen, mit entsprechend negativen Folgen für beide Seiten. Die Unternehmenskultur muss daher weitgehend mit dem übereinstimmen, was die Arbeitgebermarke nach außen kommuniziert. Das Unternehmen kann aber natürlich zeigen, was es ausmacht und seine attraktiven Seiten betonen.


Diese attraktiven Seiten sind im Rahmen einer guten Öffentlichkeitsarbeit zu kommunizieren. Es muss klar erkennbar sein, warum das eigene Unternehmen für die Fachkraft mehr Vorteile bringt als ein konkurrierendes Unternehmen. Das könnte z. B. auf der Webseite des Unternehmens geschehen, wo Mitarbeiter in Testimonials glaubwürdig über die Vorzüge ihres Unternehmen berichten. Die kurzen Videos sollten auf der eigenen Website eingebunden werden.


Ein Unternehmen muss heutzutage versuchen, die vielen unterschiedlichen Ansprüche der Fachkräfte zu erfüllen. Diese sind von Generation zu Generation, aber auch individuell verschieden. Beispielsweise ist für eine alleinerziehende Mutter ein Betriebskindergarten sehr wichtig, für den gleichaltrigen kinderlosen Kollegen ist der Betriebskindergarten bedeutungslos und stattdessen ein Dienstwagen von großer Bedeutung. Daher ist es wichtig, dass die Testimonials von grundverschiedenen Arbeitnehmern, die sich auch in unterschiedlichen Lebenssituationen befinden, stammen.


Zusätzlich sollte das Unternehmen Stellenanzeigen auf Portalen wie z. B. Stepstone schalten. Hier suchen qualifizierte Fachkräfte viel eher nach Stellen als z. B. bei der Jobbörse der Agentur für Arbeit.


Für die formale Gestaltung einer Stellenanzeige kann auf das AIDA-Konzept aus der Werbung bzw. des Marketings zurückgegriffen werden: Zuerst muss Aufmerksamkeit (Attention) durch die Anzeige erzeugt, dann das Interesse (Interest) geweckt werden. Als Nächstes muss der Wunsch den Job zu kriegen (Desire) entstehen, der den Leser letztendlich zur Bewerbung (Action) bewegt.



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